Hi Leute,
nach meinem recht frostigen Start im Februar bei Naroda, beschloss ich im März mal wieder beim Forellehof Kiefer in Oberhausen-Sterkrade vorbeizuschauen. Es war ein leicht bewölkter Tag mit Temperaturen um die 10 °C, eigentlich ganz ok um den Forellen nachzustellen.
Kurz ein paar Worte zur Anlage. Neben einer kleine Mietwanne, stehen noch 4 Teiche von ca. 500 m² bis ca. 2.500 m² zur Verfügung. Es gibt genügend Sitzmöglichkeiten und rundherum sind Schutzhütten vorhanden. Neben Köder und Ausrüstung wird auch im Grill für das leibliche Wohl gesorgt. Zudem ist die Anlage gut für Rollstuhlfahrer zugänglich.
Hier könnt Ihr Teich 5 sehen, der Größten der Teiche. Die Sitzmöglichkeiten sind für meinen Geschmack leider etwas eng bei einander, was manchmal unweigerlich zu kleinen Diskussionen führt. Teich 5 ist auch der einzige Ganztagsteich wo 2 Ruten erlaubt sind. Dementsprechend ist manchmal der Andrang.
Aus langjähriger Erfahrung weiß ich, das es sich hier meist nur im Frühjahr und Herbst für mich lohnt, da für meine bevorzugte Sbirolino-Montage der Teich zu schmal ist und daher in der Regel die Schlepppose zum Einsatz kommt. Da ich aber in nur 15 Minuten vor Ort sein kann, nutze ich die Anlage gerne mal für’s Feierabend Angeln. Mit 18,- Euro für den Tagesschein, finde ich die Anlage mittlerweile etwas zu teuer.
Die Qualität der Forellen und der Besatz sind soweit in Ordnung. Regelmäßig gibt es Sonderbesatztage mit Lachsforellen bis ca. 5-6 Pfund. Zum Nachtangeln wird auch Stör und Wels als Sonderbesatz eingesetzt.
Wie auf dem Bild oben zu sehen war der Teich schon gut besetzt aber noch vernünftig beangelbar. Als gegen 08:00 Uhr eingesetzt wurde, ließen die ersten Bisse auch nicht lange auf sich warten und einige gute Portionsforellen landeten im Kescher. Doch plötzlich, gegen 10:30 Uhr hörten die Bisse plötzlich auf. Was war los? Es hatte starker Seitenwind eingesetzt und ich saß leider mittig. Das kommt davon, wenn man zu Spät kommt. Die Forellen verzogen sich offensichtlich in den flacheren Teil, am Kopfende des Teiches. Meine Vermutung wurde, durch die anhaltenden Bisse bei den dort sitzenden Anglern, schnell bestätigt. Also beschloss ich erst einmal ein kleine Pause einzulegen und mich um mein leibliches Wohl zu kümmern.
Gegen Mittag kamen unverhofft noch ein paar Nachzügler an den Teich, dies bedeutet das noch einmal eingesetzt würde und somit sich die Chancen in der Mitte wieder erhöhen würden. Ich sollte Recht behalten.
Direkt Rechts neben mir nahm ein junger Mann mit seinem kleinen Sohn Platz. Wir kamen ziemlich schnell ins Gespräch und dabei stellte sich heraus, das er lange nicht mehr geangelt hatte und nur wegen seines kleinen, vielleicht 7 Jahre alten Sohnes hierher zum angeln gekommen sei. Löblich, da der Nachwuchs nicht früh genug mit diesem Hobby anfangen kann.
Als gegen 13:30 nachbesetzt wurde, sollte sich das mit der langen Angelpause bestätigen. Ich zog in knapp 30 Minuten 6 Forellen an Land und er keine. Der Frust zeichnete sich deutlich an seinem Gesicht ab und die ständigen Fragen seines kleinen Sohnes, wann er denn endlich eine Forelle fangen würde, trugen nicht gerade zur Verbesserung seiner Laune bei.
Plötzlich kam er zu mir rüber und fragte ganz offen, was er wohl falsch machen würde. Ich schaute mir seine Ausrüstung genauer an und fand schnell ein paar Schwachstellen. Die waren schnell behoben und er legte mit neuem Elan los. Leider war ihm das Glück nicht hold. Er angelte nur knapp einem Meter neben mir, in gleicher Tiefe und mit gleichem Köder aber dennoch erhielt ich die Bisse. So gingen gut 90 Minuten ins Land und in meinem Kescher schwammen nunmehr 17 gute Forellen. Bei den beiden gab es leider immer noch nicht einen Biss. Entsprechend war die Laune.
Da es mittlerweile kurz nach Drei war, beschloss ich einzupacken. Beim abschlagen der Fische rief ich den Kleinen zu mir und packte ihm 5 Forellen ein. Seine großen, leuchtenden Augen war mehr Wert als 1.000 Dankeschön. Er rannte laut rufend zu seinem Vater, um ihn die Forellen zu zeigen. Dieser kam dann, sichtlich verlegen zu mir rüber, um sich zu bedanken. Wir rauchten dann noch in Ruhe eine, fachsimpelten ein wenig und so legte sich sein Frust langsam. Ich machte mich dann auf den Weg um die Fische auszunehmen.
Nicht die gefangenen Fische, sondern die strahlenden Augen des kleinen Jungen, waren an diesem Tag der wirkliche große Fang
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bis demnächst, Eurer Forellino




